Jambo!

Hey ihr da draußen!

Endlich am Hafen in Stone Town angekommen, ging es für uns gleich in das günstigste Hostel in der Nähe. Dort lernten wir gleich ein Paar Leute kennen, die uns noch am Abend etwas herumführten. Als wir am Strand ankamen, überwältigte uns das völlig. Zauberhafter Strand und Schiff-Hotels auf dem Wasser. Am selben Tag buchten wir noch den Trip zum Prison Island für den nächsten Tag.

Morgens um 9 Uhr ging es dann auch am nächsten Tag los. 40 Minuten dauerte es ca. bis wir dort ankamen. Zusammen mit drei weiteren Touristen und bepackt mit unserer Schnorchelausrüstung landeten wir auf dem malerisch schönen Prison Island. Das Wasser Türkis und klar, die Insel selbst bedeckt mit strahlend weißen Stränden.

Erster Stopp: Tortoise Sanctuary. Um einen herum liefen Riesenschildkröten, die an auch anfassen durfte. Allerdings nicht draufsetzen, wie uns das Warnschild am Anfang mitteilte (solche Regeln werden nur in Kraft gesetzt, da es schon einmal jemand ausprobiert haben müssete). Meiner Meinung nach, artete es manchmal in Tierquälerei aus. Die Tiere hatten meist keinen Freiraum. Es wurde auch Essen hingehalten, damit sie schön ins Foto gucken und am Ende wurde es wieder weggezogen.

Im Anschluss schauten wir uns die Ruinen vom ehemaligen Gefängnis an und genossen den Meerblick. Zurück in Stone Town aßen wir beim Italiener (was echt mit Abstand das beste Essen war). Leider gab es für Tessa genau null Auswahl, da sie sich glutenfrei ernähren muss… Jedoch fand sich schnell auch ein Restaurant für Tessa, mit wunderschönem Meerblick! Dort planten wir unsere Weiterreise, da wir vorher die Fähre für unsere Rückreise buchen mussten. Als Abschluss besuchten wir den Night Market, wobei alle sofort bereuten, dass sie vorher etwas gegessen haben, da es eine riesige und superleckere Auswahl an Essen und Trinken gab. Säfte, Fleisch, Brot (sogar Kokosnussbrot), Schawarma (Döner/Türkische Pizza) und und uuuund. Beim Essen wurden wir von unglaublich vielen Katzen angestarrt und diese fraßen uns förmlich mit den Augen auf.

Den letzten Tag verbrachten wir mit der Erkundung der Altstadt und der Märkte. Wir fanden auch den Coinshop, der sogar weltweit liefert. Die Münzen sind zwar teilweise sehr teuer, aber es lohnt sich wirklich mal in den Online Shop reinzuschauen! Natürlich trafen wir auch wieder auf die Japaner aus Arusha 😀 Wir aßen noch etwas im „Lukman“ (super zu empfehlen!!) und dann ging es auch weiter nach Nungwi in den Norden.

 

Im wieder einmal viel zu voll gestopften Dalla Dalla ging es los zum Zwischenstopp nach Nungwi. Vor Ort fanden wir ein schönes Hostel in Strandnähe. Um noch den Sonnenuntergang zu sehen, setzten wir uns in ein Restaurant und bestellten Cocktails in der Happy Hour. Super schön war es, dass die Tische bis draußen in den Strand gestellt wurden. Seit einer gefühlten Ewigkeit trank ich wieder einen Pina Colada und Tessa gönnte sich einen Minisalat. Der Sonnenuntergang schauten wir uns danach im Sand sitzend an.

Gleich früh um 6 Uhr morgens reisten wir weiter nach Pwani Mchangani. Nur eine Stunde später waren wir auch schon dort. Da Anna und Tessa unbedingt Tauchen gehen wollten, reisten wir in diese Stadt, da sie zum Tauchen das beste Ziel sein würde. Gleich vor Ort buchten die beiden ihren Schnupper-Tauchkurs für den nächsten Tag. Aber noch am selben Tag übten sie mit ihrem Tauchlehrer im Pool eines Hotels. Danach machten wir noch eine Wanderung ganz weit raus, da schon ziemlich früh Ebbe war. Da wir super hungrig waren, machten wir uns auf die Suche nach etwas zu Essen. Da der Strand eigentlich kilometerweit leer war, machten wir uns Sorgen, dass wir etwas in einem der vollkommen überteuerten drei Hotels essen müssten (wohlbemerkt hat mich das Wasser 9.000 TSH gekostet, ungefähr 4-5€). Zum Glück trafen wir drei oder vier der Masai, die uns ein Local Restaurant zeigten und sogar für uns bezahlten. Auf dem Rückweg fing ich mir meinen ersten schlimmen Sonnenbrand ein.

Währen Anna und Tessa schon um 6 Uhr zum Tauchen aufbrachen, schlief ich noch ein paar Stündchen weiter. Für mich entschied ich nämlich nicht mit Tauchen zu gehen, da ich schon zweimal an der Küste Andalusiens Tauchen gewesen bin. Da spare ich mir lieber das Geld für einen Tauchschein. Da wir uns mit dem Hotelbesitzer angefreundeten und er einfach ein sehr aufmerksamer Gastgeber ist, bot er uns Wasser und Tee kostenlos an. Um halb 8 kochte er Frühstück für mich und ich unterhielt mich lange mit ihm und genoss den malerischen Ausblick von der Terrasse aus. By the way: Wir bekamen sogar kostenlos ein WiFi Modem.

Da ich noch so müde war, machte ich noch ein Nickerchen bis die beiden wieder zurückkamen. Sie unterhielten sich mit dem Inhaber und er bot uns noch eine weiter Nacht for free an. Danach entspannten wir uns ganz sicher versteckt unter den Sonnenschirmen bis es Dinner gab. Es gab Reis und Hühnchen, was mit Abstand das leckerste Essen war, was ich auf Sansibar hatte. Der Inhaber organisierte uns sogar noch Eis, wobei es weit und breit eigentlich keins gab. Einer der aufmerksamsten Menschen, die wir dort getroffen haben.

Am Morgen darauf fuhr uns ein Taxifahrer zum Nationalpark ‚Jozani Forest‘. Dort ging es zu Fuß durch die zwei Teile Flora und Fauna. Der Guide erklärte uns viel zu den Pflanzen und zeigte uns die verschiedensten Pflanzen, die so gut wie alles heilen können, anscheinend sogar Malaria, Erkältung, Wunden und noch vieles mehr. Im anderen Teil sahen wir freilaufende Affen, von denen wir aber schon eindeutig genug gesehen haben! Über eine lange Brücke, die über einen eigentlichen See führte, bei dem allerdings das Wasser abgeflossen war.

 

Und schon ging es weiter nach Paje. Da alle Hotels so ungaublich teuer waren, änderten wir unseren Plan und ließen zwei Strände aus. Wir verbrachten etwas Zeit am Strand und aßen etwas in einem guten Restaurant.

Im Süden stoppten wir in Kizimkazi und übernachteten in der Caveman Lodge. Dort trafen wir auf Omi und Aziz, die sehr sympathischen Inhaber. Die beiden boten uns sofort Obst an, da wir noch etwas auf unser Zimmer warten mussten. Als wir unsere Sachen im Zimmer verstauten gingen wir noch an der Strand und schwammen während die Sonne unterging.

Bevor wir schlafen gingen saß ich noch mit Aziz und Omi zusammen, wir quatschten und ich buchte noch den Delfintrip für den nächsten Morgen.

Um 6 Uhr morgens gingen wir zusammen mit Omar zum Strand und stoppten noch am offenen Fischmarkt. Die Fischer kamen aus dem Wasser und legten die Fische sofort in den Sand und warteten auf Käufer. Wir bewaffneten uns mit unserem Schnorchel Equipment und machten uns auf die Suche nach den Delfinen. Leider fanden wir nur ein oder zwei Delfine umgeben von einer Schar von Booten (etwa 10 oder mehr). Teilweise war das echt schrecklich mitanzusehen. Wenn ein Delfin auftauchte sprangen sofort alle von den Booten ins Wasser und umkreisten den armen Delfin. Es kam einem wie eine Jagd vor. Nach ein paar Stunden fuhren wir wieder zurück und Omi bot uns einen weiteren Versuch am nächsten Morgen an, das Angebot nahmen wir nach langer Überlegung an.

Um 12 Uhr fuhren wir an zwei Riffe, um dort zu Schnorcheln. Beides war super schön, allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass wenn man einmal Tauchen war, haut einen das Schnorcheln einfach nicht mehr um. Auf dem Rückweg fing ich mir dann das zweite Mal einen schlimmen Sonnenbrand ein. Da ich einfach fertig war und so unglaubliche Schmerzen hatte, dass ich nichts mehr machen konnte. Zum Glück brachte mir Omi am nächsten Morgen Aloe Vera, was ich mir sofort auf die Beine und eigentlich überall auf meinen Körper schmierte. Das half so unglaublich, dass der Sonnenbrand nach ein paar Tagen nicht mehr so schlimm war.

Der zweie Delfintrip verlief viel besser als der Erste. Wir stoppten wieder am Fischmarkt, wobei es an dem Morgen sogar Haie und Rochen gab, wobei ich eigentlich davon überzeugt bin, dass das nicht erlaubt ist. Relativ schnell fanden wir an diesem Tag eine ganze Delfinfamilie, welche eher selten zu finden sind: Riffdelfine. Dadurch, dass es eine ganze Familie gab, teilten sich die Boote relativ gut auf. Beim ca. dritten oder vierten Mal Reinspringen, konnten wir ein paar Delfine unter Wasser sehen und Fotos machen.

Als wir wieder zurück am Strand waren, kauften wir uns noch ein paar Snacks für die Fahrt zurück nach Stone Town und gingen zurück zur Lodge. Omi war so lieb und bestellte uns das Dalla Dalla direkt zu uns.

Auf so einer Dalla Dalla fahrt gibt es immer verschieden Typen, die man eigentlich immer trifft:

  • Eine Frau mit Baby, dass einmal durchgereicht wird
  • Der, bei dem das Handy immer klingelt
  • Jemand, der nicht allzu angenehm riecht
  • Zwei Personen, die sich lauthals unterhalten, sodass jeder mithören kann
  • Eine telefonierende Person
  • Einer, der dich anquatscht
  • Einer, der sich noch reinquetscht
  • Einer, der das Dalla Dalla als Lieferwagen benutzt
  • Einer, der sich dranhängt
  • Big Mama
  • Eine, mit 80 Taschen
  • Welche, die über Mzungus reden
  • Kinder
  • Mindestens Zwei, die essen
  • Schlafende
  • Fischer

 

Bei unserer Ankunft suchten wir uns die Zanzibar Lodge zur Übernachtung aus, buchten unser Fährenticket um und gönnten uns Kuchen beim Italiener. Diesmal konnten wir auch nicht wiederstehen, den Night Market ein weiteres Mal zu besuchen. Aber diesmal mit leerem Magen, damit auch alles passt! Wir haben so viel gegessen, dass man sich glatt schwanger fühlt.

Ganz früh morgens nahmen wir die Fähre nach Sansibar und buchten dort Tickets, um nach Ruanda zu fahren. Aber leider wurden wir dort im Office ganz schön übers Ohr gezogen… Dazu später mehr.

Um kein Hostel zu zahlen, setzen wir uns in ein 24h Restaurant und verbrachten dort ungelogen ca. 14 Stunden, bis unser Bus um 4 Uhr abfuhr. Da unser vorbestelltes Taxi nicht kam, nahmen wir einfach eins vor dem Restaurant. Obwohl wir ausdrücklich gesagt haben, dass wir einen Direktbus buchen wollen, kamen wir am Buspark an und uns wurden 1000 verschiedene Geschichten erzählt, wo dieser Bus hinfährt. Letztendlich fuhren wir über Kahama, stoppten kurz vor Burundi und stiegen an der Grenze in den Trinity Bus. Da wir unfreundliche Mitarbeiter an der Grenze trafen, hieß es auf einmal, dass wir Visum bezahlen sollten, obwohl wir durch den Interstate Pass normalerweise in Kenia und Ruanda kostenlos einreisen können. Nach unzähligen Diskussionen bezahlten wir es dann unglücklicherweise, da wir sonst nicht hätten einreisen können.

Bilder folgen!

Alles über die Kigali Reise erfahrt ihr im nächsten Beitrag!

Viele liebe Grüße, Christina!

Eine Reise auf Umwegen

Hey ihr da draußen!

Unsere Reise nach Sansibar kostete uns unnötigerweise drei Tage und damit viel zu viele Nerven. Wie sich vor Ort herausstellte, ist es nicht möglich in Tanga die Fähre zu nehmen, sondern nur von einer Stadt nördlich von Daressalam oder von Daressalem selbst aus.

Bei unserer Ankunft in Arusha gab es leider kein Transportmittel mehr nach Tanga. Wir entschieden uns dazu, nach Moshi zu fahren, damit wir die Hälfte der Strecke zumindest hinter uns haben.

Nach dem Frühstück auf der Dachterrasse am nächsten Morgen machten wir uns gleich auf den Weg nach Tanga. Auf dem Weg fiel mir auf, wie gut die Straßen eigentlich in Tansania sind. Ich kann schon behaupten, dass es die besten Straßen sind, die ich bis dahin in Afrika gesehen habe. Alle fünf Meter gab es ein Schild, manchmal auch mit lustigen Symbolen (ein Mann mit Regenschirm, der über einen Zebrastreifen läuft). Der liebe Busfahrer setzte uns am Ende der Fahrt gleich am Hafen ab. Fast wären wir auf einem Containerschiff nach Sansibar gefahren, was uns aber am Ende einfach zu gefährlich erschien, nachdem ein paar Tage vorher eins mit Passagieren untergegangen ist.

Dank unserer Verpeiltheit hätten wir wieder fast den Bus nach Daressalam verpasst, schafften es aber zum Glück noch den letzten zu bekommen.

Im super luxuriösen Reisebus genossen wir eine viel zu kalten Klimaanlage, kostenlose Croissants, Kuchen und ekelhafte Getränke.

 

Daressalam hat mich etwas an zu Hause erinnert. Alles verlief geordnet, es gab sogar richtige Busse, die auf einer eigenen Spur fuhren. Selbst richtige Haltestellen, Ampeln, die beachtet wurden und gut geteerte Straßen. Wahnsinn!

An unserem ersten Tag in Daressalam besuchten wir den großen Markt, der so groß wie der Owino Market in Kampala sein soll. Begeistert war ich nicht wirklich davon, eher verwirrt, weil er zwar riesig war, allerdings super unübersichtlich und durcheinander. Teilweise gab es Stände in einem großen Gebäude, teilweise draußen. Überall liefen Verkäufer mit Körben voller Getränke herum, aber viel wichtiger: Alle zwei Meter gab es mindestens einen Eismann! Im Nachhinein weiß ich, wo mein ganzes Geld hin verschwunden ist…

 

Am nächsten Tag besuchten wir den Wasserpark in Kunduchi, einer Stadt, etwa zwei Stunden von Dar entfernt.
So wie man das in Deutschland so macht, standen wir pünktlich um 9:30 Uhr zu Eröffnung am Eingang. Allerdings haben wir nicht mit der African Time gerechnet. Die Mitarbeiter fingen langsam an, alles zu eröffnen und zu säubern. Wir stapften durch den Eingang und waren wirklich die einzigen Besucher. Wir befürchteten alles für den Rest des Tages für uns zu haben. Selbst die Wasserrutschen wurden erst ganz langsam eröffnet.

An diesem Tag fingen wir uns alle den Sonnenbrand des Todes ein. Wobei ich mich später auf Sansibar noch schlimmer verbrannte. Selbst Tessa verbrannte sich zum ersten Mal. Hat die Mama Christina doch vorhergesehen! Wie sich herausstellte fing sich Tessa auch einen Sonnenstich ein, auf der Rückfahrt wurde ihr schlecht und schwindelig. Dazu kam, dass sie auch unsere letzten Kekse aufgefuttert hat, obwohl da Gluten drin war.

In Daressalam zurück, war dann alles wieder halbwegs gut und wir gönnten uns leckere „türkische Pizza“ (Schawarma) und Nudeln.

Wie richtige Backpacker, mit unseren riesigen Rucksäcken im Schlepptau, besuchten wir die Künstlergegend. Dort gab es einen riesigen Künstlermarkt mit vielen schönen Gemälden der Masai und der Natur. Daneben befand sich eine Einkaufsmall, die wie ein Outlet aufgebaut ist. Alles unter freiem Himmel und viel zu teuer! Ganz glücklich saßen wir im Anschluss bei Subway! Ein Stück zu Hause!! Es hatte zwar europäische Preise, allerdings war es mir das wert 😛 Direkt daneben gab es einen riesigen Supermarkt, den man sich so wie „real“ bei uns vorstellen kann. Als Anna und ich uns dort umsahen, verbrachten wir bestimmt eine halbe Stunde dort. So europäisch, voller Dinge, die es bei uns in Uganda nicht gibt, sondern an die wir uns noch von zu Hause erinnern. Durchgängig hatten wir Gänsehaut und freuten uns über die kleinsten Dinge, die dort fünf Mal so viel kosteten wie in Deutschland.

Langsam wurde es dann auch Zeit zum Hafen zu fahren, denn unsere Fähre wartete auf uns. Sehr luxuriös eingerichtet, eine Klimaanlage und Fernseher, die Filme zeigten.

 

Zwei Stunden später kamen wir auf der Trauminsel an. Damit das alles nicht zuuuu lange Beiträge werden, sage ich wieder: Fortsetzung folgt…

Noch mehr Bilder folgen ebenfalls, da das Internet gerade wieder einmal viel zu schlecht ist…

Viele liebe Grüße, Christina! ♥

Lake Natron – ein paar Tage unter Masai

Hey ihr da draußen!

Nach der Safari ging es gleich weiter für uns Mädels. Natürlich konnten wir Arusha nicht verlassen, ohne das Tanzanit Museum gesehen zu haben. Wir schauten uns die kleinen Steinchen, die typisch für Tansania sind und um die 300$ kosten sollten, an und saßen unmittelbar danach wieder im Dalla Dalla zum nächsten Ziel.

Wie sich noch herausstellte, wurden alle unsere Busreisen an diesem Tag zu reinsten Erlebnisfahrten. In das Dalla Dalla passen normalerweise (Betonung auf normalerweise) 20 Passagiere. Mit 30 Leuten, Kindern auf dem Schoss und einer Ziege im Kofferraum ging es Richtung (übersetzt) Moskito Town. Ein Mann, der gut Englisch konnte, half uns gleich bei der Ankunft einen Bus zu finden, der uns zum Lake Natron bringen sollte. Obwohl wir vormittags da waren, war es zu spät für den Bus…

Aber das konnte uns nicht daran hindern, noch am selben Tag dort anzukommen. Glücklicherweise gab es nämlich noch andere Leute, die in dieselbe Richtung fahren wollten. Nach ein paar Stunden hatten sich genug Leute zusammengesammelt, sodass sich ein Safari Truck lohnte. Das Auto war rappelvoll und außen dran hingen noch zwei andere Passagiere. Ein paar Wirbelstürme weiter kamen wir nach geschlagenen acht Stunden am Lake Natron an. Wohlbemerkt dauert es eigentlich nur vier Stunden. Allerdings blieb unser Truck mehrere Male liegen und wir befürchteten schon zwischen den Tierherden und den Löwen campieren zu müssen. Aber wir sind ja immer für alles vorbereitet! Da wir dachten, dass es vor Ort kein Wasser mehr geben wird, hatten wir noch um die 12 Liter Wasser dabei. Das Wasser ging dann für das Motorkühlen drauf, aber zumindest ging es dann weiter und letztendlich bei Nacht ins Guesthouse.

Obwohl es für uns am Vortag so spät ins Bett ging, wollten wir den Tag auf jeden Fall nutzen und starten gleich um kurz vor sieben mit der zweistündigen Wanderung zum Lake Natron. Auf dem Weg begegneten wir Giraffen und vielen anderen Tierherden. Am Lake Natron angekommen zogen wir uns die Schuhe aus, um weiter in Richtung der Flamingos zu laufen. Es kam einem vor wie eine Wattwanderung! Das Naturschauspiel, was sich uns bot war einfach nur überwältigend. Es ist schön zu wissen und zu erleben, dass es noch so wunderschöne und hoffentlich noch lange unberührte Plätze in der Welt gibt. Auch wenn man dafür erst ans andere Ende der Welt reisen muss.

Nach ein paar Stunden Pause ging es weiter und zwar mit der wieder fast zwei Stunden andauernden Wanderung zu den Wasserfällen. Naja, wohl eher dem Klettern dorthin. An Felsen entlang und mit Schuhen, liefen wir bis zum letzten Wasserfall am Ende des Weges durch das Wasser. Meine Schuhe hatten bis dahin so viel Sand gesammelt, dass es sich glatt wie eine neue Sohle anfühlte, die schmerzte. Aber das war es auf jeden Fall wert!

Am Wasserfall angekommen warfen wir unsere Taschen ab und sprangen ins Wasser, denn man konnte unter dem Wasserfall entlang schwimmen. Traumhaft!

Kostenübersicht Lake Natron
Kostenübersicht Lake Natron

Nach den paar entspannten Tagen unter dem Volk der Masai reisten wir weiter um endlich nach Sansibar zu fahren. Das absolute Highlight unserer Reise.

Da Bilder mehr als Worte sprechen, schreibe ich nicht so viel und lass euch lieber die Möglichkeit, meine Schnappschüsse auf euch wirken zu lassen.

Dazu mehr im nächsten Beitrag!

 

Liebe Grüße, Christina! ♥

 

Hakuna Matata – Don’t worry!

Hey ihr da draußen!

Auf der Karte könnt ihr im Groben verfolgen, wohin es uns im Januar auf unserer Reise geführt hat. Leider haben wir nicht alle Ziele, die wir für Tansania geplant hatten, bereisen können. Teilweise aus finanziellen Gründen, da uns der ganze Urlaub schon ein halbes Vermögen gekostet hat. Allerdings auch aus zeitlichen und anderen Gründen. Da viele Orte schlecht mit dem Dalla Dalla (wie ein Matatu, nur viel enger, was ich mir vorher nicht hätte vorstellen können) zu erreichen sind, hätten wir viel Zeit verloren, die wir nicht hatten. Mit einem eigenen Auto wäre das natürlich möglich, aber auch viel teurer gewesen. Das Geld investiere ich dann liebe in andere Dinge, von denen ich am Ende mehr habe!

Ich werde zu meiner Reise immer die Kosten, die Dauer der Fahrten und die Namen der Unternehmen angeben, damit dies wie ein Reiseführer aufgebaut ist. Umso einfacher wird es dann für die nächsten Freiwilligen, da sie wissen, was sie erwartet und am Ende schlauer sind als wir J Ein hilfreicher Begleiter war der Tansania Reiseführer von Marco Polo.

Route
Unsere gesamte Route

 

Erster Stopp: Arusha. Die Fahrt in den Norden Tansanias war ein wirklich unvergessliches Erlebnis. Auch wenn es nicht gerade meine beste Erinnerung an die Reise darstellt. Ganz typisch, haben wir uns am Tag der Abreise so viel Zeit mit dem Buchen gelassen, dass wir schon fast zu spät dran waren, als wir um zwei Uhr mittags an der Rezeption des Busunternehmens standen. Geschlagene zwei Stunden verblieben uns, um unsere Klamotten zu Hause zu packen. Abzüglich einer halben Stunde Fahrt nach Hause und dann wieder eine halbe Stunde bis zum Bus. Letztendlich waren wir nach 20 Minuten fertig und auch viel zu früh am Bus 😀

Die wunderbare Busfahrt verbrachten wir mehr mit Fliegen, als dass wir sie mit Sitzen verbrachten. Ich bin mir nicht sicher, ob der Busfahrer bei klarer Besinnung war, betrunken oder überhaupt einen Führerschein hatte. Die Fahrt verlief sehr zügig, allerdings auch sehr schmerzhaft. Als wir alle einmal im Liegen so hoch geflogen sind, dass wir über alle Sitze hinaus schauen konnten und fast die Decke berührt hätten, was Tessa sogar passiert ist, war das selbst für die afrikanischen Passagiere zu viel. Lauthals wurde auf allen möglichen Sprachen geschimpft. Währenddessen verletzte ich mich beim nächsten Speed Bump so stark am Knie, dass es sogar geblutet hat. Als Andenken blieben auch eine Beule auf meinem Kopf und ein blauer Fleck auf meinem Ellenbogen zurück. Mit klitzekleiner Todesangst kamen wir nach 19 Stunden Busfahrt am Ziel an.

In Arusha suchten wir uns sofort ein Hotel. Am besten funktioniert das, wenn man die Boda Fahrer einfach nach dem günstigsten Hotel fragt. Da kommt man relativ schnell ans Ziel.

Ganz praktisch war es, dass unser Hotel auch zugleich ein Safari Büro besaß. Wie ich aber später gemerkt habe, ist das keine Besonderheit. Man wird sogar auf der Straße angesprochen, ob man eine Safari machen möchte. Soviel, wie man in Afrika angequatscht wird, vor allem in Touristenorten, merkt man schnell, dass die Afrikaner alles andere als auf den Mund gefallen sind.

Was mir hier ebenfalls gleich auffiel, waren die fehlenden Shops und Straßenstände mit Street Food und jedem sonstigen Schnick Schnack. Uganda ist da wahrscheinlich einfach der Spitzenreiter, wenn es um Street Food geht!

Gleich am nächsten Morgen saßen wir in dem Safari Auto, das uns die nächsten drei Tage herum kutschieren würde. Passagiere: Engländerin, Amerikanerin, Holländerin und wir drei Chaoten.

Erster Stopp: Lake Manyara. Auf dem Weg dorthin fuhren wir auf einer (viel zu guten) Straße stundenlang an beeindruckender Landschaft entlang. Hier lernten wir die Masai kennen. Ein Volk, das meistens außerhalb der Stadt in selbstgebauten Dörfern lebt. Der erschreckendste Fakt für mich: Sie trinken frisches Blut, allerdings nur von Tieren. Soll wohl gesund sein.

Wir sahen sie sämtliche Herden treibend, Kühe, Ziegen, Dromedare und und und. Ganz typisch sind die Gewänder, die sie tragen, Gesichtsbemalung und Schmuck in Form von Tunneln in den Ohren, selbstgemachten Armbändern und mehr.

Im Lake Manyara ging es dem Safari Guide hauptsächlich darum, uns so viele Tiere wie möglich zu zeigen, damit wir uns in den folgenden Nationalparks auf die selteneren Arten konzentrieren konnten.

Unser Lunch Pakt stellte sich leider weniger vielversprechend als erwartet heraus. Toast mit Butter, Hühnchen, eine Banane, ein Muffin und Eckelsaft.

Das beeindruckende an den Safari Autos sind mit Abstand die Dächer, die man aufschieben kann. So hat man eine viel bessere Sicht und kann sich die riesigen Baobab Bäume genauer anschauen.

Nach neun Stunden Safari ging es für uns in die Unterkunft. Diesmal wurden wir sogar sehr positiv überrascht! Die erwartete Camping Anlage stellte sich als Luxus Camping heraus. Anstatt das „hardcore“ Zelten, gab es richtige Häuserzelten mit Bad hinten dran. Ganz schön nice!

 

Zweiter Stopp: Ngorongoro Crater. Nach einer gefühlt ewigen Fahrt, bis wir wirklich im Crater waren, machten wir uns auf die Löwenjagd. Das ging sogar relativ schnell, da die Landschaft sehr eben und überschaubar war und man so sofort alle Autoscharen bemerkt. Auf zur ersten Autoschar! Dort angekommen bot sich das lustige Schauspiel einer Löwin, die es sich im Schatten eines Safari Autos gemütlich machte. Als das Auto dann versuchte wegzufahren, damit jeder einen besseren Blick hat, legte sich die Löwin einfach in den nächsten Schatten.

Beim schlafenden Löwen angekommen, standen wir ganz nah dran. Den interessierte es auch nicht die Bohne, dass ein Fahrer ausstieg und sein Auto reparierte.

Ganz lustig war dann das, was darauf folgte. Der Mann hatte überhaupt keine Angst auszusteigen, sondern reparierte alles in absoluter Ruhe. Im selben Moment schlich sich eine fliegende Kakerlake durch das offene Dach in unser Auto und ungelogen, der ganze Mädels Truck fing an, wild zu gestikulieren und zu schreien. Wobei dies den Löwen ebenfalls überhaupt nicht interessierte. Der Guide hingegen dachte, der Löwe wäre glatt ins Auto gesprungen, so laut, wie wir Theater gemacht haben! In den folgenden Tagen attackierten uns diese Viecher leider immer wieder.

 

Dritter Stopp: Tarangire Nationalpark. Hier gab es sehr viele Elefanten, ja sogar mehrere riesige Herden. Sich wälzenden Warzenschweinen begegneten wir ebenfalls.

Als Abschluss der Safari sorgte ich natürlich wieder (unbeabsichtigt) für eine Lachnummer. Tessa hat die Situation sehr gut in ihrem Blog beschrieben, also ich zitiere:

Bevor wir in den Park gefahren sind gabs nochmal eine Pause und Christina wollte ihre „indischen Knabbereien“ essen (Chipskram in einer zugeschweißten Tüte). Ich unterhalte mich mit Anna und plötzlich „ZWUUSSCCHH“ Die komplette Tüte platz auf, der Knabberkram schleudert durchs ganze Auto und Christina ist voll von oben bis unten! (Anmerkung:Sie hatte sich 2 sec. Vorher eingecremt!) Ich hatte den Lachflash des Urlaubs ich hatte echt Bauchweh vom Lachen und die Parkbesucher haben sich mal wieder gedacht „Na hoffentlich sind nicht alle Deutschen so crazy“

Wir haben dann alles eingesammelt und aus dem Fenster geschüttet, wo sich dann ein ansehnlicher Haufen gebildet hatte. Der Guide hat sich das nur angeschaut, schaut mich an, schüttelt den Kopf und fängt an zu lachen und meint „Tessa, das war ja wieder typisch“ : D

Dieses Ereignis war echt der running Joke der Reise“

Kostenübersicht Safari
Kostenübersicht Safari

Mit „Asante sana, squashed banana“ (vielen Dank, mit einer Eselsbrücke, damit man es sich merken kann) und ein bisschen Trinkgeld, verabschiedeten wir uns von dem Guide und der Truppe, als wir wieder in Arusha ankamen.

 

Soviel erst einmal zu dem Anfang unserer Reise. Fortsetzung folgt!

 

Viele liebe Grüße, Christina!

 

Christmas & New Year`s Eve

Hey ich da draußen!

Um Weihnachten herum gab es bei uns viel Trubel, sowohl in Jinja als auch in Kampala.

Vor einigen Monaten lernten wir Lukas kennen. Einen jungen Burschen aus der Schweiz, der sein Auslandssemester in Uganda verbrachte. Für ihn ging es kurz vor Weinachten nach Hause. Zum letzten Mal gingen wir zusammen in die Katabar zum Local Food essen. Im Schlepptau: Shamy, Philip, Yannicki, Tessi und ich. Nach ein paar lustigen Stunden hieß es für uns alle: Abschied nehmen. Aber bestimmt nicht für immer!

Zeitgleich wusste ich dank der Sendungsverfolgung von dem Paket meiner Familie, dass es endlich bei der Post angekommen ist. Nach drei quälenden Stunden und dem Abklappern von mehr als fünf verschiedenen Stellen bei der Post, kannte ich mich letztendlich fast blind in dem Gebäude aus. Aber zumindest hielt ich mein riesiges Paket in der Hand, was beim Öffnen nach Tee und Familie roch. Auch Tessa nahm ihr Paket voller Schoki in Empfang. Leider hat ihr Papa nicht bedacht, dass alles glutenfrei sein sollte und somit gab es dann schon frühzeitige Bescherung für Yannick und mich. Gut für uns, schade für Tessi…

In Jinja angekommen genossen Tessa und ich die Zeit, machten leckeres Sushi, starteten einen „One Tree Hill“ Marathon mit Yannick zusammen und und und…

 

Am 24. Dezember verbrachten wir Weihnachten mit der EWAKA Family. Sehr schade war es, dass nur zehn Kinder da waren, da der Rest nach Kampala und ins Village zur Familie gefahren ist.

Trotzdem hatten wir super viel Spaß mit der Familie Schnelle, Tessa und den Kids. Das Festmahl beinhaltete Burger, die man sich selbst zusammenstellen konnte und russisches Essen. Mal was ganz Neues im Gegensatz zu dem üblichen Reis mit Bohnen. Ganz lustig sah es aus, wie die Kids die Burger gegessen haben. Ich wünschte, ich hätte ein Foto gemacht! Nicht einer aß den Burger, wie wir es gewöhnt sind. Die einen nahmen sich eins nach dem anderen, Bashy machte sich über den Salat her und die anderen pickten sich nur das Fleisch raus.

Als Krönung gab es kurz darauf eine kleine Weihnachtbescherung. Annas Eltern packten die Sachspenden aus Deutschland aus. Somit waren die Kinder für den Rest des Tages beschäftigt! Leider war am nächsten Tag alles wieder verschwunden und keiner wusste wohin. In Zukunft müssen wir uns unbedingt um eine große Kiste kümmern, in der alles gesammelt und abgeschlossen werden kann. Denn im Moment liegt bei EWAKA nichts mehr herum, da alles weg ist. Schön ist das nicht, also nichts wie her mit einer großen Kiste!

„Auch trotz der sehr warmen Temperaturen und dem ganz untypischen Ablauf von heilig Abend habe ich den Weihnachtsgedanken nie mehr gespürt und verstanden wie an diesem Xmas! Auch wenn nichts so geklappt hat, wie wir das wollten war ich doch am Ende der Welt und habe mit Menschen die mir sehr wichtig sind, Kinder glücklich gemacht und die Zeit genossen. Es geht ja schließlich nicht um Geschenke oder gutes aussehen am Weihnachtstag sondern darum mit den tollsten menschen überhaupt zusammen zu feiern und zu lachen und genau das war mein Weihnachten hier in Uganda. Ganz untypisch und doch wunderschön!

Ich habe natürlich auch euch zu hause vermisst und die festliche Stimmung aber vergessen werde ich dieses Weihnachten nie und hoffe jeder von euch kann auch mal diese Erfahrung vom untypisch-normalen Weihnachten machen. 🙂

Nach dem Aufräumen gings dann nach Hause wo wir nach dem putzen und duschen noch zusammengesessen und gequatscht haben. Jeder hat von seinem Xmas zu hause erzählt und wir haben nur über unsere früheren Ich`s gelacht, bei denen nur gezählt hat wer am meisten Geschenke bekommt. Hier hatte das überhaupt keine Bedeutung, denn normalerweise ist dass Essen das „Geschenk“, weil viele Familien nur an den Weihnachtstagen so etwas wie Fleisch essen. Ich glaube ich habe vor allem gelernt, dass man nur verstehen kann wie unwichtig die Materiellen dinge sind, wenn man dort Weihnachten feiert wo der Weihnachtsgedanke lebendig ist.“ (Zitat aus Tessas Blog, trotz Rechtschreibfehler trifft sie es einfach direkt auf den Punkt)

Abends skypte ich noch mit meiner Familie, die sich wie jedes Jahr –nur dieses Mal ohne mich- bei meiner Tante versammelt hatten. Ich wurde rumgereicht, was wie immer ein riesiges Chaos darstellte, aber das bin ich ja von meiner riesigen Familie gewohnt.

Da ich beim Wichteln mit der Familie mitgemacht habe, erwartet mich auch immer noch mein Geschenk bei der Post, da freue ich mich sehr drauf. Das Paket, was ich verschickt habe beinhaltete ein cooles T-Shirt von Levis, zwei kleine Päckchen von dem ugandischen Alkohol „Waragi“ (normal und mit Kokosgeschmack), typisches Knabberzeug und natürlich ein geflochtenes UGANDA Armband. Eigentlich wollte ich auch frische Grashüpfer einpacken, allerdings wären die auf dem Weg schlecht geworden…

 

Am 25. Dezember wurden Yannick und ich von seinen Rugby Freunden zum „Weihnachten feiern“ eingeladen, was so viel wie feiern gehen und tanzen bedeutete. Ganz entspannt probierten Tessa, Yannicki und ich den neuen Italiener „La Casa“ aus, der uns etwas enttäuschte und trafen uns danach mit den anderen. Wir spielten erst etwas Billard und rockten im Anschluss die Tanzfläche gegenüber des Rugby Feldes in einer Lounge. Als wir gerade zusammen am Tisch auf der Terrasse saßen und quatschten, fuhr ganz plötzlich ein Auto mitten in die Lounge durch den Zaun. Da war wohl jemand zu munter an diesem Abend gewesen. Der Fahrer wurde dann gleich von der Polizei abgeholt und der Zaun wieder in Ordnung gebracht. Ein Abend, der auf jeden Fall einer Wiederholung wert ist, bis auf den Zwischenfall.

 

Glücklicherweise konnte auch mein unvollendetes Tattoo endlich fertiggestellt werden. Dies kostete mich einige Nerven und Enttäuschung. Zuerst war ich bei „Kla Ink“, was sich für Tessa als Erfolg, für mich aber als Reinfall herausstellte. Der Tätowierer fing an zu tätowieren, wechselte allerdings gefühlt zehnmal die Nadel, da die Tinte nicht in meiner Haut blieb. Es dauerte ihn anderthalb Stunden die Punkte oben und unten zu tätowieren, an den Rest traute er sich gar nicht erst ran. Ich wusste gar nicht, wie so etwas passieren konnte und dem Tätowierer erging es ebenso. Da ich bereits ein relativ großes Tattoo auf dem Rücken habe, verwunderte mich das schon sehr.

Da ich fest davon überzeugt war, dass ich alles andere als untätowierbar bin, holte ich mir eine zweite Meinung ein. Somit saß ich bei „Black Ink Uganda“ und startete einen zweiten Versuch. Ganze sechs Stunden dauerte es, mein selbst gezeichnetes Tattoo unter die Haut zu bringen. Alles funktionierte bereits bei der ersten Nadel. Das Tattoo Studio kann ich nur empfehlen! Super nette, sympathische Meschen, die wundervolle Arbeit leisten! Der Spaß kostete mich am Ende 450.000 UGX (ca. 118€), was bei weitem günstiger als in Deutschland ist.

Am selben Abend luden mich Elsa und Jordy -die Tänzer aus Amsterdam- zu ihrer Abschiedsparty im Cayenne ein. Bei dem offenen Salsa Abend trafen wir die beiden zum letzten Mal. Jordy brachte mir Salsa bei, wir tanzten die ganze Nacht und verabschiedeten uns ein weiteres Mal. Wenn alles gut läuft, kommen sie im Juli wieder. Selbst wenn nicht, ist ein Wiedersehen in Amsterdam oder in Deutschland bereits geplant!

 

Silvester verlief bei uns dieses Jahr leider nicht so ereignisreich und spannend.

Da ich am 31. Dezember um fünf Uhr morgens zurück nach Jinja fahren musste, um vergessene Dokumente abzuholen, war ich am Abend dementsprechend müde.

Ganz cool war unser Besuch im Sushi Restaurant, der meinen Tag schon um einiges wieder hochzog. Eigentlich planten wir ins „Club Play“ zu gehen, da einige bekannte ugandische Sänger dort auftraten. Schließlich landeten wir im Bubbles, da man von dort aus das Feuerwerk besser sehen sollte. Dort erwarteten uns Party Mäuschen, die schon lange aus unserem Alter raus waren und dazu auch noch schlechte Musik. Als die Uhr endlich das neue Jahr willkommen hieß, stellten wir uns auf die Straße und schauten uns das fünf Minuten andauernde Feuerwerk in der Ferne an.

Normalerweise bin ich kein Mensch, der sich für das neue Jahr Vorsätze macht, da man sie meistens aufschreibt und sie dann doch nach ein paar Monaten in Vergessenheit geraten. Außerdem kann man sich jederzeit etwas vornehmen, dafür braucht man nicht auf das neue Jahr warten.

Das Jahr 2016 brachte viele Veränderungen, Erlebnisse, Abschiede und letzte Male mit sich. Das brachte mich zum Nachdenken über meine Zukunft. Wer ich sein will, was ich wirklich will und wen ich nicht missen möchte. Somit habe ich mir dieses Jahr ausnahmsweise wirklich ernsthafte Vorsätze überlegt, die mich auf den Weg bringen sollen, der Mensch zu sein, der ich wirklich sein will.

Der Start ins neue Jahr ohne meine gewohnte Umgebung, meine Familie und Freunde brachte mir ein wenig Klarheit und Stunden der Grübelei.
Dinge, die mir vorher nie über Uganda und deren Einwohner aufgefallen sind, fielen mir auf.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich jetzt nach einem halben behaupten kann, dass ich mein zu Hause wirklich vermisse. Es stimmt wirklich, dass man sich dieses Jahr weg von zu Hause für sich nimmt, um sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Die Menschen hier kommen bestens ohne einen selbst zurecht, selbst die Kinder. Natürlich ist man in jedem Falle eine Bereicherung, denn das bekommt man ganz klar zu spüren, wie sehr die Kids die Liebe und Geborgenheit genießen und diese auch eindeutig brauchen. Aber es ist nun einmal nicht so, wie sich das alle vorstellen. Man wird als Freiwilliger nicht gleich die Welt retten, sondern sie nur ein ganz kleines Stück verbessern und das tut jeder auf seine eigene Art und Weise. Ich für meinen Teil hinterlasse hoffentlich Spuren in den Herzen der Kinder, denn alle 21 von ihnen haben bereits einen Platz in meinem Herzen. Jetzt weiß ich, was es bedeutet eine zweite Familie zu haben, selbst wenn es nicht meine leibliche oder meine Tänzerfamilie ist.

 

Jedem von euch lege ich einen Freiwilligendienst ans Herz, egal ob es für ein halbes oder ein ganzes Jahr ist. Traut euch und wagt den Schritt in eine fremde Welt, die euch mehr bereichern wird als ihr denkt.

 

Ganz viele liebe Grüße, Christina!

Das war ja klar…

Hey ihr da draußen!

Das Kranksein hat für mich bis vor kurzem noch kein Ende gefunden. Im Dezember, hatte ich mit einer neuen Krankheit zu kämpfen: Malaria.

 

Good to know:

Malaria ist eine Tropenkrankheit, die von einzelligen Parasiten hervorgerufen wird. Die Erreger werden durch den Stich der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen.

Malaria ist die häufigste Tropenkrankheit. An ihr erkranken jährlich ca. 300 Millionen Menschen. Besonders betroffen sind Gebiete (ca. 90 Prozent) in Afrika südlich der Sahara bis zum Norden Südafrikas.

Es gilt der Grundsatz, dass Malaria überall dort angetroffen werden kann, wo eine Kombination aus Meereshöhe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Brutmöglichkeiten in den (Sub-)Tropen ein Biotop für die Anopheles-Mücken bieten.

Ab der Infektion durch einen Mückenstich bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen mindestens 6 Tage, gelegentlich aber auch Wochen bis Monate.

Je nach Erreger werden drei Arten der Malaria unterschieden:

  • Malaria quartana: Diese Malariaerkrankung gilt als die mildeste Form der Malaria und geht mit Fieberschüben alle 72 Stunden einher.
  • Malaria tertiana: Die Fieberschübe treten alle 48 Stunden auf. Sie ist nur in seltenen Fällen tödlich.
  • Malaria tropica: Die Malaria tropica gilt als die gefährlichste der Malariaerkrankungen. Typisch ist das unregelmäßige Auftreten von Fieberschüben, so dass sie häufig zu spät erkannt und behandelt wird. Unbehandelt führt sie in ca. 30 % der Fälle zum Tod.

Die Krankheit beginnt mit plötzlich hohem Fieber, begleitet von Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, starken Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich auch Durchfall. Diese Symptome können allerdings auch bei einer Grippe oder anderen Infektionskrankheiten auftreten, so dass erst die periodisch auftretenden Fieberschübe einen Hinweis auf die Erkrankung geben.

 

Bis heute weiß ich nicht, welche Art von Malaria ich hatte. Ob ich die gefährliche Art habe werde ich erst wissen, wenn ich in Deutschland nach meiner Rückkehr wieder dieselben Symptome habe. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich „Glück“ hatte, da ich sehr regelmäßige Fieberschübe hatte.

Genauso wie mir erging es auch der Anna… Eine Woche nachdem ich beim Arzt war und Medikamente dagegen bekam, ging der Spaß auch bei ihr los. Allerdings mit höherem Fieber (bis zu 41°) und anfangs falschem Treatment gegen Malaria. Verwundert waren wir am Anfang, weil sie bei weitem nicht dasselbe wie ich bekam. Als es nicht besser wurde, fuhren wir noch einmal ins Krankenhaus und sprachen mit der dort freiwillig aushelfenden amerikanischen Ärztin, die schließlich dasselbe wie wir feststellte. Anderthalb Wochen später kam die Familie zu Besuch und es war natürlich auch das Zeitverbringen mit Anna geplant. Noch nicht ganz gesund, aber schon etwas fitter auf den Beinen als am Anfang hieß es dann für sie: Ab geht’s zum Gorilla Tracking!

Mittlerweile geht es uns beiden wieder super. Fit wie ein Turnschuh mache ich mich also jetzt an die interessantesten Blogeinträge, die noch folgen werden: unsere Reise durch Tansania, Zanzibar und Ruanda!

 

Ganz viele liebe Grüße, Christina!

Break Fast Jam Finals

Hey ihr da draußen!

Am 19.11.2016 war es endlich soweit! Die lang ersehnten Break Fast Jam Finals fanden auf dem YMCA Gelände in Kampala statt.

Nach den Eliminations, die bereits in Nairobi stattfanden, waren die Finals an diesem Wochenende einfach eine ganz andere Welt. Ich kenne das ja selbst von den Meisterschaften, aber das Break Fast Jam ist eben nochmal was ganz anderes.
Hier treffen Leidenschaft und jahrelanges Training auf Selbstbewusstsein, Einzigartigkeit und Gemeinschafsgefühl.

Der Samstag begann mit den Crew Battles. Eine Crew besteht aus drei Tänzern, wobei sowohl gemeinsame Choreografie getanzt wurde, als auch jeder einzelne, der einen Freestyle Auftritt hinlegte. Im Finale trafen sich die BPUler wieder. Die Liebe und der Spaß Faktor zwischen den beiden Crews war spürbar und unübersehbar.

Das One on One Battle gewann Erick Summer. Durch seine Einzigartigkeit und seine Moves hat er sich den Sieg mehr als verdient –und das ein zweites Mal! Leider konnte Bboy Lee, der in Kenia gewonnen hatte aus beruflichen Gründen nicht am Battle teilnehmen. Super schade, denn das hätte ein vergessliches Battle werden können.

Das 7 to Smoke Battle gewann ein Tänzer aus Ruanda, bei dem man gemerkt hat, dass er alles gegeben hat und somit besser als die anderen war. In diesem Battle treten acht Tänzer an, sieben gegen einen. Der Gewinner von einem One on One Battle bleibt alleine auf der einen Seite und muss versuchen so lange wie möglich dort zu bleiben und die anderen zu schlagen. Wer am Ende, nach 25 Minuten, die meisten Punkte hat, gewinnt.

Das BGirl Battle endete mit BGirl Jojo und BGirl Key im Finale, wobei nach einem Unentschieden BGirl Jojo das Rennen machte.

Außerdem gab es noch ein Kids Battle und ein Fun Battle zwischen Uganda und Tansania.

Was mir persönlich gefallen hat war, den Spirit von Uganda und die Loyalität der Tänzer untereinander zu sehen. Egal woher du kommst, du unterstützt die eigenen Leute, aber auch die anderen. Ich habe viele neue Leute aus ganz Ostafrika kennengelernt. Eine super coole Crew aus Tansania, Tänzer aus Masaka und die meisten anderen kannte ich schon aus Nairobi und Mbale.

Um das Wochenende ausklingen zu lassen, gingen wir dann noch tanzen und genossen den Abend.

Videos folgen!

 

Ganz viele liebe Grüße, Christina!